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Was ist eine chronische Nierenerkrankung?

Eine chronische Nierenerkrankung ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, welche zu einem progressiven Verlust der Nierenfunktion führt: Die Nieren verlieren ihre Fähigkeit, sowohl Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern, Nährstoffe aufzunehmen und weitere essentielle Funktionen zu erfüllen.

Der zunehmende Verlust der Nierenfunktion führt zu einer Vielzahl an Folgeschäden. Eine zeitnahe Diagnosestellung mit Beginn einer umfassenden medikamentösen und diätetischen Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, Symptome verringern und Komplikationen vorbeugen.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland über 2 Millionen Menschen von einer Nierenerkrankung in einem der fünf Stadien betroffen. Da die Symptome erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten, findet die Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung meist erst in solchen Stadien statt.

Die chronische Nierenerkrankung nimmt weltweit zu und hat starke Auswirkungen im sozialen Umfeld.
Prävention, Früherkennung und eine korrekte Behandlung der Krankheit können das Auftreten von zusammenhängenden Pathologien wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.

Die chronische Nierenerkrankung kann durch mehrere Erkrankungen verursacht werden, die sich negativ auf die Nieren auswirken. Arterielle Hypertonie (sogenannter Bluthochdruck) und Diabetes mellitus sind die Hauptverantwortlichen.

Bestimmte spezifische Nierenerkrankungen wie Pyelonephritis, Glomerulonephritis, polyzystische Nierenerkrankung, andere erbliche oder angeborene Nierenerkrankungen, sowie chronische Obstruktion der Ausscheidungswege können ebenfalls zu einer chronischen Nierenerkrankung führen.

Es gibt auch Risikofaktoren, d.h. Bedingungen, die das Auftreten von chronischer Nierenerkrankung begünstigen, wie Fettleibigkeit, Hypercholesterinämie (hoher Cholesterinspiegel), Harnwegsinfektionen und Zigarettenkonsum.

  • Azotämie, d.h. die Konzentration von Stickstoff im Blut
  • Kreatininämie, d.h. die Konzentration von Kreatinin im Blut
  • Kreatinin-Clearance, d. h. wieviel Kreatinin aus dem Blut in einer Minute ausgeschieden wird.
  • Durch die Messung der Kreatininmenge kann auch die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ermittelt werden. Dieser Parameter zeigt die Filterleistung der Nieren bei der Reinigung des Blutes in einem bestimmten Zeitraum an.

Der Nephrologe, ein Facharzt für Nierenerkrankungen, prüft die Nierenfunktion anhand von Urin- und Bluttests sowie Ultraschall und Nierenbiopsie.

Der Schweregrad der chronischen Nierenerkrankung wird anhand eines messbaren Parameters definiert: der glomerulären Filtrationsrate, auch GFR. Der GFR-Wert gibt die Geschwindigkeit an, mit der die Nieren das Blut in einer Minute filtern (ml/min).

Eine terminale Niereninsuffizienz führt dazu, dass eine Nierenersatztherapie in Form einer Dialyse und/oder Nierentransplantation eingeleitet werden muss.

Der Verlust der Nierenfunktion kann zunächst symptomfrei bleiben. Die ersten Symptome sind eher allgemein (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit) und treten in der Regel ab Stadium 3 auf. Sobald die Krankheit erkannt wird, ist es wichtig, unmittelbar mit der Behandlung zu starten.

Die konservative Behandlung umfasst eine medikamentöse Behandlung und eine Ernährungstherapie und dient dazu, Symptome zu behandeln und die Restfunktion der Niere so weit wie möglich zu erhalten.
Ohne angemessene Therapien und diätetische Maßnahmen verschlimmert sich die chronische Nierenerkrankung und kann zu Herzerkrankungen oder anderen Störungen wie Wassereinlagerungen, Knochenveränderungen, Anämie und metabolischer Azidose führen.

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